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Zielorientierung als Schlüsselqualifikation

Wer seine "Ziele" nicht kennt, kann sie auch nicht erreichen (was nicht ausschließt, das man sie zufällig erreicht).

Quo vadis? - Unter allen, insbesondere aber ökonomischen, Gesichtspunkten ist Zielorientierung unerlässlich für pragmatisch-wirkungsvolles Handeln in sozialen Systemen. Nur wenn das Ziel spezifiziert wurde, können die Beteiligten unterscheiden, was zu ihm führt und was von ihm weglenkt.

Erst dann können wir gemeinsam zielführende Schritte und Wege auswählen und die benötigten Ressourcen bestimmen. Auch um zu wissen, wann die supervisorische, therapeutische oder beraterische Arbeit etc. beendet werden kann, benötigen wir konkret definierte Ziele. Sie ermöglichen uns eine stringente Verhaltensorganisation und den ökonomischen Einsatz der Mittel.

Ziele bestimmen auch unsere Zusammenarbeit. Wenn wir bezüglich des Ziels übereinstimmen und es verstehen, ist das ein Kontrakt, auf den man sich verlassen und nötigenfalls auch berufen kann. Ohne Ziel gäbe es kein Einvernehmen bezüglich der Richtung der Entwicklung und kein Kriterium dafür, ob diese Richtung auch eingehalten wird.

Vereinbarte Ziele legitimieren Interventionen und erlauben, Beteiligte damit zu konfrontieren, wenn sie sich nicht zielgerichtet verhalten. Anhand des Ziels erkennen wir, wie weit der Prozess bereits gediehen ist und wann an das Ende der Zusammenarbeit zu denken ist.  Die Zukunftsorientierung hilft, die Zukunft als Raum des Möglichen mit der Gegenwart zu verbinden. Somit können Möglichkeiten schon jetzt als Ressourcen wirken. Ressourcen können pragmatisch ausgewählt und zielführend organisiert werden, sobald ein Ziel spezifisch und konkret definiert wurde.

Folgende Zielraster werden von uns verwendet bzw. sind einschlägig in der Zielforschung:

S.M.A.R.T.
S für spezifisch (d.h. genau, exakt, präzise)
M für messbar bzw. beobachtbar,
A für attraktiv, anziehend, akzeptabel
R für realistisch (etwa in Bezug auf Zeit, Kosten, Aufwand),
T für terminiert im Sinne von zeitlicher Festlegung als Zeitpunkt oder -rahmen.

P.U.R.E
P für positively stated (positiv formuliert): Das Ziel muss positiv formuliert sein.
U für understood (verstanden): Das Ziel muss verstanden werden.
R für relevant: Das Ziel muss im aktuellen Kontext von primärer bzw. eben sekundärer Bedeutung, sein.
E für ethical (von Bedeutung): Das Ziel muss von persönlicher Bedeutung sein.

C.L.E.A.R.
C für challenging (herausfordernd): Das Ziel muss herausfordernd sein. 
L für legal (erlaubt): Das Ziel muss legal sein.
E für environmentally sound (umweltfreundlich): Das Ziel muss der Anforderung unserer Umweltbewusstseins entsprechen.
A für Appropriate (angemessen): Das Ziel muss angemessen sein und auch dem Kosten-Nutzen-Verhältnis entsprechen.
R für recorded (aufgeschrieben): Das Ziel muss aufgeschrieben sein.

D.U.M.B.
D für doable (machbar): Das Ziel muss machbar sein. 
U für uncompromising (kompromisslos): Das Ziel muss das Wesentliche berücksichtigen.
M für manageable (handhabbar): Das Ziel muss eindeutig und klar sein.
B für beneficial (nutzbringend): Das Ziel muss umweltfreundlich und nutzbringend sein. 

H.A.R.D.
H für heartfelt (tief gefühlt): Das Ziel wird nicht nur das eigene Leben, sondern darüber hinaus auch das Leben anderer bereichern;
A für animated (beseelt): Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn ich dieses Ziel erreicht habe;
R für required (nötig): Das Ziel ist unbedingt nötig für meine Organisation;
D für difficult (schwer, schwierig, beschwerlich): Um das Ziel zu erreichen, werde ich neue Fertigkeiten erlernen und meine "Komfortzone" verlassen müssen.

S.E.L.B.S.T.
S für auf Selbstwirksamkeit beruhende Ziele: welches Ziel kann ICH aus eigener Kraft erreichen? 
E für emotional anregende, beinahe leidenschaftlich verfolgte Ziele: WARUM will ich das Ziel erreichen? 
L für lösungsorientierte Ziele, stets ist zu fragen: WOZU möchte ich dieses Ziel erreichen? 
B für bemerkbare, intersubjektiv beobachtbare bzw. evidente Ziele: Woran erkennen ANDERE (wie Freunde und Unterstützer), dass ich das Ziel erreicht habe? 
S für systemverträgliche, und d.h. nach innen und nach außen verträgliche Ziele: Welche FOLGEN hätte das Zielerreichen für meine Umwelt und mich? 
T für transparente, versteh- und kommunizierbare Ziele: Ist dieses Ziel von AUßEN nachvollziehbar und verständlich?

Zitiervorschlag: Wirth, Jan V. (2014): S.E.L.B.S.T. - zielführend arbeiten. Auf: http://www.systeams.org/index.php/40-professional-management-skills/82-zielorientierung. [Zugriff am XX.XX.XXXX]