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Wissen & Können...

"Wissen, Können, Wollen und Dürfen"  sind die Eckpunkte für erfolgreiches Handeln. Nur wer alle im Blick behält, kann auf Veränderung rechnen.

Wissen und Nichtwissen

Wissen und Nichtwissen (etwa dieser vier Aspekte) bilden eine Art sich selbst ausgleichende Waage. Je mehr man glaubt zu wissen, um so mehr weiß man, dass man nichts weiß. ,Ich weiß, dass ich nicht weiß‘ meinte schon der große griechische Philosoph Sokrates, wenn wir der Überlieferung Platons, einem Schüler Sokrates‘, Glauben schenken. Also weiß Sokrates, dass er nicht weiß, was er weiß – unser Wissen erweist sich demnach bei näherer Betrachtung als unhaltbares Scheinwissen. Platon verneint in einem nicht nur rhetorischen Kunstgriff auch noch das Wissen ums Nicht-Wissen:

„Sokrates meint zu wissen, da er nicht weiß, ich aber wie ich eben nicht weiß, so meine ich es auch nicht, ich scheine also um dieses wenige doch weiser zu sein als er, daß ich, was ich nicht weiß, auch nicht glaube zu wissen“ 1

Man wird zugeben müssen, dass die Position von Platon die elaboriertere und für Therapie, Beratung und Gesprächsführung die brauchbarere ist. Angesprochen ist nämlich hier schon der blinde Fleck (Maturana/Varela), der Voraussetzung für jede Beobachtung ist.

Das Wissen um den blinden Fleck lässt uns vorsichtig werden mit den eigenen Beobachtungen (Aspekt Wissen). Die Kompetenz, Veränderung zu ermöglichen, wird durch das Nichtwissen des Nichtwissens, nicht reduziert, sondern verbessert (Aspekt Können). Die Bereitschaft, etwas zu verändern, ergibt sich aus der Ambivalenz von Wirklichkeit und Möglichkeit, die den Treibstoff für alle Sinnverarbeitung bildet (Aspekt Wollen). Die Grenzen des Zumutbaren und Erlaubten sind dadurch deutlich enger gesteckt. Bewertungen sollten die eigene Relativität mit herausstellen (Aspekt Dürfen).

1 Platon, Apologie 21 St, Übersetzung von Friedrich E. D. Schleiermacher.