Lebensführung ist ein sinnreguliertes Arrangement von sozial bzw. gesellschaftlich normierten Inklusions- und Exklusions-Kombinationen zur Sicherung des wechselseitig abhängigen Fortbestandes von Gesellschaft und (In)Dividuen.

Jan V. Wirth

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Lebensführung (Außenseite) ist ein sinnreguliertes Arrangement von zeitlich, sachlich und räumlich zu ordnenden Inklusions- und Exklusionskombinationen hinsichtlich sozialer Systeme bzw. Teilsysteme zur Erfüllung biopsychischer Funktionserfordernisse des Individuums, das als »Dividuum« die personale Umwelt der Gesellschaft (d.h. ihre biopsychische Voraussetzung) bildet.

Lebensführung (Innenseite) gelingt immer schon, denn jedes Individuum steht zu einem irreduziblen Teil in der Lage, sein Leben sinnhaft zu ordnen, es psychosomatisch zu regulieren, es kommunikativ zu organisieren, sich vorübergehend mit widrigen Umständen arrangieren zu können und einen wenn auch vagen, wenn auch noch nicht bezeichnungsfähigen Entwurf oder eine wenn auch noch sprachlose Ahnung davon zu haben, was es sich unter einem passenderen Leben vorstellt.

Lebensführung ist mehr und mehr durch überraschende Wendungen, nicht vorhersehbare Gelegenheiten und kreative Anschlüsse – sprich: durch den notwendig werdenden Umgang mit unerwartet auftauchender Ambivalenz – gekennzeichnet.

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